Klimawandelbedingte Stürme, Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen bedrohen Menschen weltweit. Dreckige Luft, verschmutzte Gewässer und verpestete Böden gefährden unsere Lebensgrundlagen. Die Gesundheit von uns allen hängt an der Gesundheit unseres Planeten. Intakte Ökosysteme sind die Grundlage unserer Zivilisation und Gesundheit, die es gleichermaßen zu schützen gilt.
Genau dort setzt das transdisziplinäre Forschungsfeld Planetary Health an. Die Ideen existieren schon lange, im Jahr 2015 bekam das Konzept einen neuen Schub: Der wegweisende Bericht der Rockefeller Foundation – Lancet Commission on planetary health zum „Schutz der menschlichen Gesundheit im Anthropozän“ zeigte eindrücklich, wie eng verwoben menschliche Gesundheit und Umweltzerstörungen sind. Im selben Jahr entstand die Planetary Health Alliance, ein weltweiter Zusammenschluss von mittlerweile mehr als 200 Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Forschungsinstituten und Regierungsstellen.
Planetary Health: Schnittstelle zwischen Klimawandel und Gesundheit
Seit 2019 gibt es auch in Deutschland eine erste Universitätsprofessur zu der Schnittstelle zwischen Klimawandel und Gesundheit: Die Ärztin und Epidemiologin Sabine Gabrysch forscht dazu an der Berliner Charité. In einer Online-Vorlesung erklärte sie: „Wir müssen verstehen, dass unsere Gesellschaft, unsere Gesundheit und Wirtschaft letztlich von einer intakten Natur, einem stabilen Klima abhängt.“ Eine „uralte Weisheit“, die vor allem indigene Menschen seit Generationen bewahren. „Das hat auch eine ethische Dimension: Welchen Wert messen wir der Natur bei? Ist unsere Beziehung von Ausbeutung bestimmt oder von Ehrfurcht und Verbundenheit?“
Auch Nicole de Paula forscht am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung IASS Potsdam zu Planetary Health, Geschlechtergerechtigkeit und dazu, wie politische Entscheidungsträger*innen vor allem im Globalen Süden das Konzept umsetzen können. Sie sagt: „Nur wenn wir die natürlichen Ökosysteme schützen, in die wir eingebettet sind, werden wir mit Blick auf unsere Gesundheit erfolgreich sein.“
Für de Paula ist es dabei wichtig, dass wir auch die Resilienz, also Widerstandskraft, und die Anpassungsfähigkeit der Bevölkerung stärken. Denn egal, ob Coronapandemie oder Klimawandel: Es werde immer mehr Krisen geben. „Es geht darum, Menschen, insbesondere Frauen, zu empowern, damit sie dem besser gewachsen sind.“ Dazu müssten jetzt Finanzhilfen besser verteilt werden, indem in nachhaltige Energien investiert werde und auch Sozial- und Gesundheitssysteme verbessert und gestärkt würden.
Coronakrise verschärft die Situation
In der Coronakrise werde nun der Zusammenhang zwischen Kl…
Heilt den Planeten: Eine nachhaltige Medizin kann nur grün, inklusiv und smart funktionieren.