Worum geht’s?
Im Herbst 2021 eröffnete C&A in Mönchengladbach eine Jeansfabrik – man wollte zeigen: Textilproduktion ist auch heute in Deutschland machbar, trotz hoher Lohnkosten und Konkurrenz durch Billigware aus dem Ausland. Das hat uns gecatched. Im Juli 2023 besuchte Good Impact Redakteurin Anja Dilk die Fabrik und stieß auf auffällig engagierte Macher:innen und ein vielversprechendes Konzept, entwickelt in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein nebenan: kurze Wege, weniger CO2, transparente Lieferketten, Jobs für Langzeitarbeitslose. Es wurde mit Bio-Baumwolle gearbeitet, viele Arbeitsschritte waren automatisiert, um die Fertigung rentabel zu machen. Das Pilotprojekt sollte jährlich 420.000 Jeans produzieren.
Wie sieht’s heute aus?
Anfang 2025 hat C&A die Produktion eingestellt. Für die Stadt und die Beschäftigten kam das Ende abrupt. Mehrere Millionen Euro sind in das Projekt geflossen. Was war passiert? Eine Anfrage ließ das Unternehmen unbeantwortet. Auch das Start-up 140 Fahrenheit, das als Partner das Projekt mit aufgebaut hatte, darf sich weder zur Zusammenarbeit äußern noch zu laufenden Projekten. Offenbar konnten nicht genug Jeans produziert werden, damit sich die Fabrik wirtschaftlich rentiert, schreibt der WDR. „Leider fiel die Phase voller Innovation genau in eine Zeit von Krisen – erst die Pandemie, dann der Ukrainekrieg –, das kann Projekte wie dieses komplett ausbremsen“, sagt Maike Rabe, Professorin an der Hochschule Niederrhein. „Das Unternehmen konnte seine Kundschaft in dieser kritischen Zeit bei der Nachhaltigkeitstransformation nicht ausreichend mitnehmen.“
Und was jetzt?
Das Wissen bleibt. Daran knüpft die Textilfabrik 7.0 jetzt an, ein Projekt von Hochschule Niederr…
Jeans in Deutschland nähen, funktioniert das? 2023 haben wir uns das Experiment bei C&A angeschaut.